Ardorf/wja - Nur noch die Älteren beherrschen diese Kunst des Getreidemähens. Vorgestern Abend pflegte der örtliche Heimatverein wieder seinen über 20-jährigen Brauch, indem er nach traditioneller Art das Erntedankfest vorbereitete. Dazu trafen sich seine Aktiven diesmal im Utarper Weg am Rande des Haferfeldes von Landwirt Johann Janssen, um dort zahlreiche Getreidegarben mit Sicht und Bick zu scheren.„Leider beherrscht lediglich die ältere Generation diese Erntetechnik, da sie damals noch in einer wenig mechanisierten Arbeitswelt aktiv war“, bedauerte Hannelore Willms, Schriftführerin des Ardorfer Heimatvereins. Und in diesem Jahr konnten sich die Jüngeren diese Kunst bei Johann Peters, Edo Lüken, Adolf Bussmann und Otto Peters ansehen. Das Getreidescheren erfolgt zeitlich übrigens vor dem Dreschen, da hierzu die Körner nicht tot- sondern noch teigreif sein müssen. Vor rund 80 Zuschauern, darunter auch einige auswärtige Gäste und eine Abordnung des Wittmunder Heimatvereins, fand die Veranstaltung erstmalig in einem Teilstück einer Haferparzelle statt. Die anderen Getreidefelder lägen zu weit außerhalb des Ortskerns, so die Organisatoren. Anwesend war natürlich auch die Familie des amtierenden Erntekönigspaars Rewert und Rena Wolbergs, die zusammen mit ihren Nachbarn für die Bewirtung der Anwesenden sorgte. Zum Abschluss des Getreidescherens sangen alle Beteiligten gemeinsam das Volkslied „Kein schöner Land“. Das weitere Verfahren erläuterte die Vorsitzende Waltraud Ennen: „Die in Hocken gesetzten Garben werden bis zum Erntedankfest in einer Scheune gelagert, diesmal dienen sie aber nur zur Dekoration des Festsaals.“ Die letztjährige Erntekrone sei noch intakt und müsse nur geringfügig ausgebessert werden.Die Feier selbst beginnt in diesem Jahr am Sonnabend, dem 9. Oktober, mit einem Ball in der Heglitzer Gastwirtschaft „Müller“. Dort wird nach dem Zufallsprinzip das neue Erntekönigspaar ermittelt. Weiter im Programm geht es schließlich am darauffolgenden Sonntag um 14 Uhr mit einem Korso durch Ardorf. Interessierte Gruppen, die sich hieran mit einem geschmückten Wagen beteiligen möchten, können sich entweder mit Ennen oder dem Ortsvorsteher Wilhelm Ihnen in Verbindung setzen. Am späten Sonntagnachmittag klingt dann das Erntedankfest mit der Wahl des neuen Kinderkönigspaars aus. Erwähnenswert, dass es die letztgenannte Zeremonie erst seit etwa 15 Jahren gibt, während das Fest selbst seit 1986 existiert.
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