Vor der offiziellen Gründung der Feuerwehr Ardorf gab es schon eine „Organisation“ die bei Bränden und Notlagen in der damaligen Gemeinde Ardorf den Betroffenen beiseite stand. Das offizielle Gründungsjahr war das Jahr 1905 – genauere Angaben sind leider nicht möglich, weil Gründungsurkunden sowie Dokumente und Aufzeichnungen aus dieser Zeit, bedingt durch zwei Weltkriege und den Brand im Stadtarchiv Mitte der 70er Jahre, zum größten Teil vernichtet wurden bzw. abhanden gekommen sind. Aus mündlichen Überlieferungen und Recherchen im Zeitungsarchiv bzw. dem Archiv der Brandkasse konnte ein Teil der Frühgeschichte der Feuerwehr Ardorf wieder rekonstruiert werden. Als wertvollstes Relikt konnte die Handdruckspritze, welche heute als Ausstellungsstück in der Peldemühle in Wittmund steht, über die Jahre gerettet werden. Diese Handdruckspritze war das erste „Fahrzeug“ der Ardorfer Wehr. Sie war im Geräteschuppen gegenüber der Gaststätte „Zum Bahnhof“ Bönig untergestellt. War irgendwo im Gemeindegebiet Not am Mann so wurden die Feuerwehrkameraden und die umliegende Nachbarschaft durch drei Schläge der Kirchenglocke und durch Brandhörner alarmiert. Dann musste die Handdruckspritze zuerst per kollektiver Muskelkraft bzw. mit einem Pferdegespann zur Einsatzstelle gezogen werden. Auf den damals schlecht ausgebauten Sandwegen war dies eine sehr zeitraubende Aktion. In der Zwischenzeit war die Nachbarschaft damit eingebunden mit Wassereimern - jedes Haus musste einen Eimer zur Brandbekämpfung haben - den ersten Schaden abzuwenden. Ende der Dreißiger Jahre wurde mit dem Kauf eines Opel Super 6 das erste motorbetriebene Fahrzeug angeschafft. Zusammen mit dem Tragkraftspritzenanhänger, der neuen Tragkraftspritze und dem Bau des neuen Gerätehauses an der Hohebarger Straße wurde die Schlagkraft der Ardorfer Feuerwehr auf einen Streich vervielfacht. Dies musste auch mehrfach während der Bombenangriffe auf den Militärflughafen „Wittmundhafen“ während des zweiten Weltkrieges unter Beweis gestellt werden. Durch das Fehlen der Feuerwehrmänner, die zur Wehrmacht herangezogen worden waren bzw. gefallen waren, wurde es im Jahre 1942 notwendig eine Frauenfeuerwehr ins Leben zu rufen. Diese Frauen hielten während des zweiten Weltkrieges nicht nur das Feuerlöschwesen in Ardorf aufrecht, sondern wurden auch zur Unterstützung nach Wilhelmshaven beordert. Weil zum Ende des Krieges das Zugfahrzeug gestohlen wurde, konnte der Tragkraftspritzenanhänger nur noch per Pferd bewegt werden. Eine Ersatzanschaffung war wegen der Geldnot und des Materialmangels in der Nachkriegszeit erst 1951 möglich. Mit dem „Wanderer“ war nach langer Durststrecke endlich wieder ein Zugfahrzeug vorhanden und somit die Feuerwehr Ardorf ein großes Stück einsatzfähiger. In den 60er Jahren wurden Sirenen in allen Gemeindeteilen installiert um die Effizienz der Alarmierung zu verbessern. Das erste genormte Löschfahrzeug, einen Opel Blitz LF8 mit Vorbaupumpe von Rosenbauer erhielt die Wehr 1964, das zweite Fahrzeug ein Bundfahrzeug des Typs Borgwart 1968. Zwei Jahre zuvor, im Jahre 1966, setzte die Feuerwehr Ardorf mit der Gründung der ersten Jugendfeuerwehr im Landkreis Wittmund einen Meilenstein in der Arbeit der Kreisjugendfeuerwehren und bahnten anderen Wehren den Weg in die Jugendarbeit. Zum 65-jährigen Bestehen 1970 wurde das jetzige Gerätehaus mit drei Einstellboxen, einem Unterrichtsraum, Werkstatt, sanitären Anlagen und Kellerräumen eingeweiht. Wegen der strukturellen Veränderungen durch die Gemeindereform 1972 wurde die Gemeinde Ardorf in die Stadt Wittmund mit eingegliedert. Für die Ardorfer Wehr wurde als Stützpunktfeuerwehr ein Tanklöschfahrzeug TLF 16-25 angeschafft. Des weiteren wurde ein Pulveranhänger P250 aufgrund der Gefährdung durch die Treibstofftransporte zum Fliegerhorst in Ardorf stationiert. Ein Mannschaftstransportfahrzeug (MTF) der Marke Ford wurde 1975 für die Ardorfer Jugendfeuerwehr angeschafft. Neben der erweiterten Mobilität der Jugendfeuerwehr war nun auch ein weiteres Einsatzfahrzeug vorhanden. 1978 wurde der Fuhrpark mit einem LF8 der Marke Mercedes verjüngt. Die Wettbewerbsgruppe, welche Mitte der 60er Jahre gegründet wurde, hatte in den Sternstunden der so genannten „Eimerfestspielen“ in den 70er und 80er Jahren eine sehr erfolgreiche Zeit. Zwei Gruppen nahmen mit guten Erfolgen an Unterkreis- und Kreisentscheiden teil. Nach der Umstrukturierung der Wettbewerbe lösten sich viele der damaligen Gruppen anderer Wehren auf. Die Ardorfer Kameraden entschlossen sich dennoch zum Weitermachen. Bis heute wird diese Gruppe als eine von zwei Gruppen im Landkreis aufrechterhalten. Es wird aufgrund fehlender Kreisentscheide alle zwei Jahre an Bezirksausscheiden teilgenommen. Der bislang größte Erfolg war 1990 mit dem 15. Platz auf Bezirksebene zu verzeichnen. Der in die Jahre gekommene MTF wurde 1995 durch ein durch Spenden der Ardorfer Bevölkerung und der ortsansässigen Geschäftsleute durch ein neueres MTF ersetzt. 1996 wurde die Tragkraftspritze durch eine neue TS der Marke Fox Rosenbauer ersetzt. Nachdem im Jahr 1997 die ersten Mädchen in der Jugendfeuerwehr aufgenommen wurden, stand im Juni 2000 die Übernahme der ersten aktiven Feuerwehrfrauen im Stadtgebiet Wittmund an – In Ardorf. Im Herbst 2002 wurde bei der Ortsfeuerwehr Ardorf ein neues Löschgruppenfahrzeug in Dienst gestellt. Im Sommer 2005 feierte die Feuerwehr Ardorf ihr 100-jähriges Bestehen. Im Jahr 2007 folgte die Ersatzbeschaffung für das 34 Jahre alte Tanklöschfahrzeug. Somit ist die Feuerwehr Ardorf fahrzeugtechnisch auf dem neusten Stand der Technik gesetzt worden. Die Feuerwehr Ardorf blickt auf über 100 Jahre Brandschutz und Hilfeleistung für die Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde und seinen Nachbargemeinden zurück – aber auch auf mehr wie 100 Jahre Kameradschaft unter den Feuerwehrleuten. 
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